Ausflüge

Schlossberg­höhlen
unter dem Hotel

Die Schlossberghöhlen in Homburg sind ein von Menschenhand geschaffenes Sandbergwerk im Buntsandstein mit 12 Stockwerken und rund 5.000 m Gängen; zugänglich ist ein Rundweg von etwa 800 m, für den Sie 40–50 Minuten brauchen. Der Eingang liegt 1–2 Gehminuten unterhalb des Schlossberg Hotels, der größte Saal 47 m unter dem Haus. Geöffnet ist von Februar bis November, Erwachsene zahlen 7 €.

Stand: 28. September 2026

Hotelfassade mit beleuchtetem Schriftzug „Schlossberg Hotel Homburg“ zur blauen Stunde, links rot angestrahlter Sandsteinfels

Auf einen Blick

Art
Von Menschenhand geschaffenes Sandbergwerk, heute Besucherbergwerk
Gestein
Buntsandstein, rund 250 Mio. Jahre alt
Stockwerke
12
Gänge
ca. 5.000 m, davon ca. 800 m Rundweg
Dauer des Rundgangs
ca. 40–50 Minuten
Temperatur
rund 10 °C, ganzjährig
Vom Hotel
1–2 Min. zu Fuß, treppab
Eintritt Erwachsene
7 €, nur Barzahlung
Besucher 2025
32.227

Unter Tage

Ein Bergwerk
für Quarzsand

Die Schlossberghöhlen sind kein natürliches Höhlensystem. Der Betreiber beschreibt sie als Sandmine, also ein von Menschenhand geschaffenes Tunnelsystem. Abgebaut wurde sehr quarzhaltiger Sand für die Glasherstellung, außerdem Formsand für den Eisenguss und Scheuersand für Dielenböden.

Das Gestein ist Buntsandstein aus der frühen Trias, rund 250 Millionen Jahre alt; das Land Saarland ordnet ihn den Unteren Karlstalschichten des Mittleren Buntsandsteins zu. Auf dem Rundweg sehen Sie gelb und rot gefärbten Sandstein, Kuppelhallen, versteinerte Rippelmarken und an der Decke Trittsiegel kleiner Echsen.

Der größte Saal ist der Thronsaal, 47 m unter dem Schlossberg Hotel. Seinen Namen hat er aus den 1960er-Jahren, als dort Höhlenfeste mit einer „Höhlenkönigin“ gefeiert wurden. An die Sandsteingänge schließt ein Bunkerbereich aus den 1950er-Jahren an.

Nach Angaben der Stadt Homburg sind es die größten Buntsandsteinhöhlen Europas. Im Jahr 2025 zählte der Betreiber 32.227 Besucher.

Geschichte

Vom Sandbergwerk
zum Besucherbergwerk

Wann die ersten Gänge entstanden, ist nicht sicher belegt. Die Daten folgen dem Betreiber und dem Land Saarland.

  1. 17. Jh.

    Von Menschenhand geschaffen und wohl ab dem 17. Jahrhundert als Sandbergwerk genutzt. Ob erste Gänge schon im Mittelalter der Verteidigung der Hohenburg dienten, ist nicht gesichert.

  2. 1671

    Erste schriftliche Erwähnung.

  3. 1679

    In der französischen Besatzungszeit bis 1714 werden die Gänge ausgebaut und als Magazin genutzt. Für Pulver und Vorräte war die Luft zu feucht, wie der Beschwerdebrief eines Offiziers zeigt.

  4. 1930er

    Wiederentdeckung der Höhlen.

  5. 1944

    1944 und 1945 dienen die Höhlen als Schutzraum bei Luftangriffen. Laut Zeitzeugen suchten hier mehrere Tausend Menschen Schutz, teils wochenlang.

  6. 1952

    Von 1952 bis 1955 wird angrenzend an die Höhlen ein Regierungsbunker für die saarländische Regierung unter Johannes Hoffmann gebaut. Die Arbeiten werden eingestellt, weil das Saarland 1957 Teil der Bundesrepublik wird.

  7. 1960er

    Höhlenfeste im großen Saal, der seitdem Thronsaal heißt.

  8. 2003

    Sand bricht von der Decke des Thronsaals, die Höhlen werden geschlossen.

  9. 2007

    Nach vier Jahren Sicherung mit Bergbautechnik für rund 3 Mio. €, unterstützt vom Saarland, öffnen die Höhlen wieder, seitdem als Besucherbergwerk nach Bergrecht.

Öffnungszeiten

April bis Oktober
täglich 9–17 Uhr
November, Februar, März
täglich 10–16 Uhr
Dezember und Januar
geschlossen
Letzter Einlass
1 Stunde vor Schließung

Eintritt
und Tickets

Bezahlt wird an der Kasse, nur in bar.

Erwachsene
7 €
Ermäßigt
5 €
Familienkarte2 Erwachsene und bis zu 3 minderjährige Kinder
17 €
Kinder unter 6 Jahren
frei
Gruppen ab 10 Personenpro Person, ermäßigt 4,50 €; nur mit Voranmeldung
6,50 €
Führung für Gruppenpro Gruppe, auf Deutsch, Englisch oder Französisch
25 €
Jahreskarteermäßigt 20 €, nicht übertragbar
30 €
Kombiticket mit RömermuseumRömermuseum Schwarzenacker; ermäßigt 7 €, Familie 25 €
10 €

Stand 28.09.2026. Angaben ohne Gewähr, aktuelle Zeiten und Preise beim Betreiber: homburger-schlossberghoehlen.de, Tel. 06841 2064.

Anfahrt

Vom Hotel
zum Höhleneingang

Der Eingang liegt rund 50 m Luftlinie unterhalb des Hotels, zu Fuß sind es 1–2 Minuten über einen Treppenweg. Je nach Startpunkt sind es 120 bis 130 Stufen: rund 120 ab dem Hotel, rund 130 ab dem Parkplatz auf dem Schlossberg. Der Rückweg führt bergauf.

Stufenlos erreichen Sie den Eingang über einen rund 800 m langen Fußweg vom sogenannten Spitzkehrenparkplatz. Aus der Altstadt führen rund 140 Stufen über die Straße „Zu den Höhlen“ hinauf. Am Schlossberg gibt es kostenlose Parkplätze.

Die Adresse der Höhlen ist dieselbe wie die des Hotels: Schlossberg-Höhen-Straße 1, 66424 Homburg. Auch die Schlossberg-Tour führt gleich zu Beginn am Höhleneingang vorbei, und die Ruine Hohenburg liegt nur wenige Minuten entfernt.

Besuch

Gut zu
wissen

  • Einzelbesucher gehen den Rundweg mit den Stationen 1 bis 11 selbstständig.
  • Helm ist Pflicht, er wird vor Ort ausgegeben. Sicherheitseinweisung und Helmausgabe können zu Wartezeiten führen.
  • Decke und Wände nicht berühren, die Wege nicht verlassen.
  • Fotografieren und Filmen sind erlaubt, Hunde ebenfalls.
  • Warme Kleidung mitnehmen: Auch im Sommer ist es unter Tage rund 10 °C kühl, bei hoher Luftfeuchte.
  • Gruppen ab 10 Personen nur mit Voranmeldung unter Tel. 06841 2064.
  • Am Eingang gibt es einen Kiosk mit Getränken und kleinen Erfrischungen.

FAQ

Häufige
Fragen

Wann haben die Schlossberghöhlen geöffnet?

Von April bis Oktober täglich 9–17 Uhr, im November, Februar und März täglich 10–16 Uhr. Im Dezember und Januar sind die Höhlen geschlossen. Letzter Einlass ist eine Stunde vor Schließung (Stand 28.09.2026).

Wie lange dauert ein Besuch?

Der Rundweg ist etwa 800 m lang und dauert 40–50 Minuten. Rechnen Sie etwas Zeit für Sicherheitseinweisung und Helmausgabe dazu.

Wie kalt ist es in den Höhlen?

Rund 10 °C, je nach Stelle 8 bis 14 °C, auch im Sommer. Die Luftfeuchte liegt bei 80 bis 100 %. Nehmen Sie eine warme Jacke mit.

Wie weit ist es vom Schlossberg Hotel zu den Höhlen?

1–2 Minuten zu Fuß über einen Treppenweg nach unten; die Stadt nennt 120 Stufen, der Betreiber rund 130. Der Eingang liegt rund 50 m Luftlinie vom Hotel entfernt.

Muss ich mich anmelden?

Einzelbesucher können ohne Anmeldung kommen; die Tourismus Zentrale Saarland empfiehlt dennoch eine telefonische Voranmeldung. Gruppen ab 10 Personen müssen sich anmelden, Tel. 06841 2064.

Kann ich mit Karte zahlen?

Nein. An der Kasse der Schlossberghöhlen ist nur Barzahlung möglich.